Denkmalschutz unter Druck

Denkmalschutz kommt unter Druck aufgrund der Energiewende. Einige Gedanken über ein Artikel in der NZZ und der einseitigen Ansichten des Heimatschutzes.

Beim lesen eines Artikels in der NZZ bin ich ins grübeln gekommen. Die Aussagen seitens DAH und Heimatschutz werden vermutlich bei Eigentümern geschützter Objekte nicht auf viel Verständnis stossen. Ich möchte euch hier einige Passagen zitieren und aus Sicht eines Eigentümers mit ökologischen Interessen kommentieren.

Altes Holzhaus beinahe abgerissen

Einleitend schreibt die NZZ über ein Holzhaus welches beinahe abgerissen wurde. Der Heimatschutz hat den Abriss vorerst verhindert. Soweit so gut. Dass ein schönes Objekt nicht einfach abgerissen werden darf, damit könnten die meisten Eigentümer vermutlich gut leben. Über die Hintergründe wird nicht weiter berichtet, daher ist nicht klar, wie der aktuelle Zustand des Gebäudes ist und ob ein Erhalt überhaupt noch möglich wäre.

Demontage des Denkmalschutzes

Weiter ging es im Artikel um die „Demontage des Denkmalschutzes“, unter Anderem im Kanton Bern. Der Kanton Bern hat den Anteil geschützter Objekte von zehn(!!!) auf sieben Prozent gesenkt. Sind sieben Prozent nicht immer noch eine sehr hohe Anzahl Gebäude? Auch die Abstimmung im Kanton Schaffhausen wurde erwähnt. In anderen Kantonen sind angeblich weitere Projekte anstehend, welche den Denkmalschutz zu lockern beabsichtigen.

Zur umstrittenen Gesetzesrevision welche eine Aufweichung des Schutzes des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder (Isos) mit sich bringt, finden Heimatschutz und weitere Organisationen keine guten Worte:

«Mit dieser Vorlage könnte man den Bundesschutz für schützenswerte Objekte weitgehend vergessen»

Es stellt sich die Frage, ob es Aufgabe des Bundes ist, ein solches Inventar zu führen solange jeder Kanton weitere Register führt.

Der Denkmalschutz stehe im harten Gegenwind, konstatiert auch Benno Schubiger von Domus Antiqua Helvetica (DAH).

Wie hiess das Sprichwort? Wie man in den Wald ruft, so ruft es zurück. Vielleicht ist der Gegenwind halt auch nur die Folge Jahrelanger übertriebener Blockierung und Schikane vieler Eigentümer. Sowas spricht sich halt herum. Oder wer kennt keine absurden Geschichten mit Heimatschutz oder Denkmalpflege?

Aus Sicht von DAH bietet privates Eigentum grundsätzlich die beste und volkswirtschaftlich günstigste Voraussetzung, um den Fortbestand von historischen Bauten zu sichern. Doch bedinge dies Eigentümer, die ein Verständnis für das bauliche Erbe in der Schweiz hätten.

Dass viele Denkmäler auch Lebensraum und vielleicht sogar Lebenswerk der Eigentümer sind, dafür sollten DAH, Heimatschutz und Denkmalplege auch Verständnis haben. Es ist auch immer die Frage wie weit das Erbe der Schweiz gehen muss.

Druck durch Energiewende

Anscheinend ist die Veränderte Situation z.B. durch das neue Energiegesetzt nun auch dem Heimatschutz bekannt:

Fatalerweise verliere der Denkmalschutz mit der Forderung nach verdichtetem Bauen und der Energiewende im linken Lager aber ebenfalls an Rückhalt.

Da die Auflagen der Denkmalpflege in keinem Verhältnis zum Nutzen für die Gesellschaft stehen und eine sachliche Diskussion oft nicht möglich scheint, erstaunt mich diese Tatsache wenig.

Auch die Energiewende gegen denkmalschützerische Anliegen auszuspielen, erachtet Killias als verfehlt. Selbst wenn alle Baudenkmäler einschliesslich des Grossmünsters und des Schlosses Chillon mit Photovoltaik-Dächern verunziert würden, ergäbe das weniger als fünf Prozent mehr Elektrizität: «Davon hängt das Gelingen der Energiewende nicht ab.»

Doch auch genau davon hängt die Energiewende ab! Lieber Herr Killias, fünf Prozent entspricht der Produktionsmenge des AKW Mühleberg! Würde man auch noch Solartermie auf solchen Dächern ermöglicht, könnte zusätzliche Energie gewonnen werden welche z.B. nicht mehr in Form von Heizöl importiert werden müsste. Und sind wir ehrlich, es geht nicht nur um die Dächer: Auch beim Dämmen oder ersetzten alter Fenster wird vieles blockiert und eine massive Energieverschwendung bewusst in Kauf genommen.

Selbst wenn der Denkmalschutz in den Gesetzen teilweise relativiert werde, bleibt Killias optimistisch: «Entscheidend ist, dass der Denkmalschutz seinen Stellenwert in der Bevölkerung behält.»

Dafür wären definitiv einige Anpassungen nötig! Wenn weiterhin Eigentümer für mit nicht Verhältnismässigen Auflagen schikaniert werden, wird der Widerstand gegen die Denkmalpflege Aufwind erhalten. Für manche Eigentümer ist eine komplette Abschaffung der Denkmalpflege bereits ein wünschenswertes Szenario.

 

 

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